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5. Juni 2019
14:30 Uhr
Eintritt frei

Kolloquium: Europa 1989-2019. Eine Geschichte der Grenzen

Saal Germaine Tillion l Centre Marc Bloch l Friedrichstrasse 19 l 10117 Berlin
5. Juni 2019
14:30 Uhr
Eintritt frei

Etwa zehn Tage nach den Europawahlen und 30 Jahre nach dem Versprechen von 1989 eröffnen zwei runde Tische die Diskussion über die historischen und aktuellen Herausforderungen der europäischen Grenzen und über die kollektiven Vorstellungen einer Gemeinschaft mit wechselnden Konturen. Diese Konferenz findet nach der Vernissage der Ausstellung "Grenzen, Geschichte einer Transformation" am 4. Juni in der Galerie des Institut français Berlin im Rahmen des Programms "89 im Angesicht der Gegenwart" statt.

Runde Tische

14h30: Empfang der Teilnehmer und Eröffnung, Denis Eckert (CNRS/CMB)

15.00-16.30 Uhr: Spielt Europa seine Zukunft an seinen Grenzen?

"Wir sind das Volk." Dreißig Jahre später nimmt dieser Slogan von 1989 seinen Lauf "andersherum": nicht die Öffnung, sondern die Schließung von Grenzen zu fordern. Ganze Teile der europäischen Gesellschaften denken, dass sie in der Defensive sind, lehnen die wirtschaftliche Globalisierung und die Präsenz von Ausländern wahllos ab und setzen auf nationale Schließung. Die Grenzposten, die in Ventimiglia reaktiviert werden, die Stacheldrahtrollen, die an den Grenzen Ungarns ausgerollt werden, das Brexit, die endlose Liste der tödlichen Schiffswracks im Mittelmeer, die Häfen, die sich der Rettung von Migranten nähern. Die Europäer scheinen ihr gemeinsames Schicksal als ihre historische Verantwortung aus den Augen zu verlieren. Ist die Zeit ein Zeitpunkt des Rücktritts?

  • Elena Voloshine (Journalistin, Regisseurin)
  • Bénédicte Michalon (CNRS-Passagen)
  • Martine Drozdz (CNRS-LATTS)
  • Catherine Gousseff (Polnisches Institut für Höhere Studien/CNRS-CERCEC)
  • Moderation: Elsa Tulmets (Europa-Universität Viadrina/CMB)
  • 16h30-17h00

Kaffee und Kuchen

17.00-18.30 Uhr: Visualisierung von Europa heute

Die Entwicklung Europas und die Turbulenzen an den Grenzen tragen seit 30 Jahren zur Entstehung einer umfangreichen und facettenreichen Ikonographie bei, die weit über die "offiziellen" Kartografien hinausgeht. Man denke an die vielen Bilder vom Mauerfall, vom Ende des Eisernen Vorhangs, vom späteren Verschwinden von Grenzübergängen im Schengen-Raum oder in jüngster Zeit an die Karten, die die jüngsten intensiven Migrationsbewegungen am Rande Europas oder die "Kontaktlinie" zwischen den Kämpfern des aktuellen Konflikts in der Ostukraine gezeigt haben. Welche Formen der Visualisierung (Video, Karten, Bilder) haben die komplexen Transformationen der Periode 1989-2019 begleitet? Welche Botschaften vermitteln die verschiedenen grafischen Darstellungen von Grenzen und den darin auftretenden Phänomenen? Was kann die "Wirksamkeit" dieser Darstellungen bei der Gestaltung kollektiver Imaginäre in einem sich ständig verändernden europäischen Kontinent sein?

  • Simon Brunel (Direktor)
  • Philippe Rekacewicz (Journalist, Kartograph)
  • Sarah Mekdjian (Universität Grenoble Alpes)
  • Béatrice von Hirschhausen (CNRS/CMB)
  • Moderation: Denis Eckert (CNRS/CMB)
  • Weitere Informationen: cmb.hu-berlin.de/kalender

Mehr Informationen: www.cmb.hu-berlin.de/kalender

Diese Veranstaltung ist in Verbindung mit:

1989 IM ANGESICHT DER GEGENWART