1. Oktober 2019
18:00 Uhr
Eintritt frei

IX. Internationaler Graphic Novel Salon

1. Oktober 2019
18:00 Uhr
Eintritt frei

Mit Jérôme Tubiana, Tuono Pettinato, Reinhard Kleist und Jordi Peidró

Zum neunten Mal werden die als EUNIC-Hamburg zusammengeschlossenen Kulturinstitute - Institut français de Hambourg, Instituto Cervantes, Istituto Italiano di Cultura und das Goethe-Institut - den Internationalen Graphic Novel Salon präsentierten. Diese Kooperation ist eingebettet in das Harbour Front Literaturfestival und das Comicfestival und findet in diesem Jahr am
1. Oktober 2019 im Istituto Italiano di Cultura statt.

Folgende Autoren wurden eingeladen:

Auf Einladung des Institut français de Hambourg wird Jérôme Tubiana seine Graphic Novel "Guantanamo Kid"   vorstellen (erschienen 2019 beim Carlsen Verlag, eine Zusammenarbeit mit Alexandre Franc).

Jérôme Tubiana ist als Journalist spezialisiert auf die Sahara-Region (Tschad, Niger) das Horn von Afrika (Sudan, Südsudan) und Lateinamerika. Er schreibt unter anderem für "Le Monde diplomatique", "National Geographics", "Geo" und "London Review of Books". In Frankreich sind mehrere Bücher von ihm erschienen. Außerdem arbeitet er für Think Tanks und Menschenrechtsorganisationen (u.a. Ärzte ohne Grenzen) und nicht zuletzt als Berater des UN-Sicherheitsrats für den Sudan und Mediator zwischen Afrikanischer Union und UN im Dafour-Konflikt.

Mit gerade mal 14 Jahren verließ Mohammed el Gharani seine Heimat Saudi-Arabien, um in Pakistan Englisch und Informatik zu lernen. Zwei Monate später und kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wurde er verhaftet und nach Guantanamo gebracht, wo Folter an der Tagesordnung ist. Er war einer der jüngsten und einer der wenigen farbigen Gefangenen. Es dauerte acht Jahre bis ein Gericht seine Unschuld als erwiesen betrachtete und dem Albtraum ein Ende machte!

Die Graphic Novel von Jérôme Tubiana erzählt die erschütternde Geschichte des jungen Afrikaners im berüchtigten Guantanamo Bay. In Zeiten von Flüchtlingsströmen ist sie ein Appell an alle, für einen humanitären Umgang mit Flüchtlingen zu sorgen.         

Auf Einladung des Istituto Italiano di Cultura wird Tuono Pettinato seine Graphic Novel "Enigma. La strana vita di Alan Turing" vorstellen (erschienen 2012,  Verlag Rizzoli Lizard. eine Zusammenarbeit mit Francesca Riccioni).

Tuono Pettinato (bürgerlich Andrea Paggiaro) , Cartoonist und Illustrator, wurde 1976 in Pisa geboren. Er studierte an der Kunsthochschule DAMS in Bologna und war Mitglied des Autorenkollektivs Super Amici (zusammen mit Ratigher, LRNZ,
Doctor Pira und Maicol & Mirco). Seine Graphic Novels sind phantasievoll und ironisch, manche geprägt von einem bitteren Sarkasmus (Corpicino, L'odiario), andere von einem liebevollen Respekt vor den Protagonisten der Geschichte (Garibaldi, We are the champions, Enigma). Aufgrund seines Humors, seines Stils und nicht zuletzt seiner Eigenschaften als brillanter Publizist gilt Tuono Pettinato als einer der vielseitigsten italienischen Cartoonisten.

Als Kind verschlossen, langsam und von den Lehrern unterschätzt. Als Student unbeständig, rastlos, mit skurrilen Angewohnheiten. Alan Turing war ein Mann von absoluter Genialität, dessen Intuition und Wissen dazu beitrugen, Colossus zu erschaffen, ein früher Röhrencomputer, durch den es gelang, die Funksprüche der deutschen Armee während des Zweiten Weltkriegs zu entschlüsseln. Der Mathematiker legte mit seiner Arbeit die Grundlagen für eine Entdeckung, die die Welt für immer verändern sollte: die künstliche Intelligenz. Alan Turing war all dies und noch mehr: ein schwieriger, schwer verständlicher Charakter, ein Mann, der in den 1950er Jahren wegen der "Sünde" der Homosexualität zur chemischen Kastration gezwungen wurde, und von dort aus in den Selbstmord ging. Anlässlich des 100. Geburtstags von Alan Turing 2012 erzählten der Illustrator Tuono Pettinato und die Physikerin Francesca Riccioni die Lebensgeschichte des genialen Mathematikers.

Vom Goethe Institut ist Reinhard Kleist eingeladen worden. Neben „Berliner Mythen“ wird er über weitere Werke sprechen.

Reinhard Kleist, geboren 1970 in Hürth bei Köln, studierte Grafik und Design in Münster. Seit 1996 lebt und arbeitet er in Berlin. Reinhard Kleist veröffentlichte zahlreiche Comics, u.a. bei den Verlagen Ehapa, Landpresse, Reprodukt, Edition 52 und Carlsen. Neben seinen Comicarbeiten schuf der Berliner Künstler Illustrationen für Bücher und Plattencover. Reinhard Kleist wurde für seine Comics bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Seine "Berliner Mythen" veröffentlichte das Stadtmagazin zitty vorab. Nachdem er 2017 seine Comic-Biografie "Nick Cave" veröffentlichte, in der er das bewegte Leben des Musikers nacherzählte, erhielt Reinhard Kleist den Max und Moritz-Preis als Bester deutschsprachiger Künstler (2018). In "Knock Out!" setzt er sich nun zum zweiten Mal mit einem außergewöhnlichen Boxerleben auseinander.

Berlin ist voll von Geschichte und Geschichten! Reinhard Kleist fasziniert dieses "irrsinnige Konglomerat an Geschichten". Um einige der Berliner Mythen zu erzählen, hat Kleist den Taxifahrer Ozan erschaffen, der sich Straßen anhand von Geschichten merkt, die sich dort zugetragen haben, und damit seine Fahrgäste unterhält. So erfährt man schnell mal, was Marlene Dietrich oder David Bowie in Berlin gemacht haben, liest Anekdoten über das Ende der Mauer oder den unvollendeten Hauptstadtflughafen.                               

Das Instituto Cervantes präsentiert Jordi Peidró mit „Mauthausen“ (bahoebooks Verlag)

Jordi Peidro, geboren 1965 in Spanien, ist Comiczeichner und Autor zahlreicher Theaterstücke und Romane. Die spanische Originalfassung erschien 2016 unter dem Titel ‘Esperaré siempre tu regreso’ beim Verlag Desfiladeros.

Etwa siebentausend republikanische Spanier wurden nach Mauthausen deportiert. Paco Aura hält sich treu an sein Versprechen, welches er sich gemeinsam mit den anderen Überlebenden gegeben hat: Niemals würden sie es zulassen, dass ihre Erlebnisse in Vergessenheit geraten. Selbst in hohem Alter organisierte er noch Konferenzen und Vorträge. Aus seinen Erinnerungen heraus spricht er über die Verfolgungen der spanischen Republikaner nach der Niederlage gegen Franco. Er erzählt vom Überqueren der Grenze, von den Flüchtlingslagern, von der Maginot-Linie und von der Flucht in die Schweiz. Aber nichts, noch nicht einmal die harten Erfahrungen auf dem Schlachtfeld, konnte ihn auf das vorbereiten, was noch kommen würde: Mauthausen.

Ausstellungen

Am Freitag, den 27. September 2019, eröffnet das Istituto Italiano di Cultura die Ausstellung "Giardino, Matticchio, Tuono Pettinato: Aspekte des italienischen Comics", mit Illustrationen von Zeichnern aus drei Generationen: Vittorio Giardino, Franco Matticchio und Tuono Pettinato.

Das Goethe-Institut zeigt die Ausstellung "Berliner Mythen" mit Auszügen aus verschiedenen Graphic Novels von Reinhard Kleist.  Vernissage am 2.10.2019

Eine gemeinsame Veranstaltung von EUNIC-Hamburg, mit Unterstützung der Europa-Union Hamburg

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