Vom Giessen des Zitronenbaums © Unifrance
8. Februar 2020
13:30 Uhr

"Vom Giessen des Zitronenbaums"

8. Februar 2020
13:30 Uhr

"Vom Giessen des Zitronenbaums" von Elia Suleiman zu sehen im Studio Filmtheater am Dreiecksplatz

Der Künstler Elia kommt aus Nazareth und muss sich über Land und Leute doch sehr wundern. Schon der eigene Garten und seine Zitronenbäume sind vor den Begehrlichkeiten der Nachbarn nicht sicher. Bald bricht Elia auf, um anderswo heimisch zu werden und die seltsame Einsamkeit des kopfschüttelnden Beobachters hinter sich zu lassen. Er geht in jene Länder, wo die Frauen frei sind und die Kunst so schön tolerant, wo die Parks öffentlich sind und niemand nachbarliche Zitronen stiehlt. Elia wird zum Kundschafter in den westlichsten Metropolen, Paris und New York. Auf seinen Streifzügen durch die Räume des Urbanen gerät er zwischen aggressive Parkbesucher, ferngesteuerte Touristen, rollende Polizisten und bis an die Zähne bewaffnete Spaziergänger. Erneut muss sich Elia wundern, doch aus dem Wundern wird bald ein nur zu bekanntes Befremden. Auch hier ist die Welt aus den Fugen geraten, haust ein Schrecken in den Begegnungen. Immer kleiner wird die Mimik dessen, der als Heimatsuchender ankam und zur Teilnahmslosigkeit verurteilt ist. Und immer größer wird das Ausmaß des Absurden, das zu unserer Normalität geworden ist. Bleibt am Ende nur die Freundschaft mit einem kleinen, frechen Vogel? Elia kehrt zu seinem Garten in Nazareth zurück und muss sich abermals wundern: über einen liebevoll gepflegten und gedeihenden Zitronenbaum.

VOM GIESSEN DES ZITRONENBAUMS feierte seine Weltpremiere im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes und wurde mit dem FIPRESCI-Preis für den Besten Spielfilm ausgezeichnet sowie von der internationalen Wettbewerbsjury lobend erwähnt.

Klugheit, Feingefühl und die Liebe zum Fragment charakterisieren das filmische Werk Elia Suleimans, der zu den wichtigsten Filmautoren unserer Zeit gehört. Mit großem Erfolg war Suleiman mit seinen Filmen unter anderem in Cannes, auf dem Internationalen Filmfestival von Chicago und den Internationalen Filmfestspielen von Venedig präsent. 2002 wurde sein Film „Göttliche Intervention: Eine Chronik von Liebe und Schmerz“ im Rahmen des Europäischen Filmpreises als Bester nicht-europäischer Film ausgezeichnet.

 

Tragikomödie, 97 Minuten

 

Studio Filmtheater am Dreiecksplatz, Wilhelminenstraße 10, 24103 Kiel

 

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