"Charles mort ou vif" von Alain Tanner © Revue Elements / Allociné
31. März 2020
20:15 Uhr

Abgesagt / Zur Feier der französischen Sprache: „Charles mort ou vif“ von Alain Tanner

DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt am Main
31. März 2020
20:15 Uhr

Er wurde im Dezember neunzig Jahre alt und er hat den Schweizer Film erneuert. Alain Tanner drehte vor 50 Jahren Charles mort ou vif (Charles tot oder lebendig). Zur Feier der französischen Sprache zeigen wir zusammen mit dem Schweizerischen Konsulat und das DFF den Filmklassiker nach einer Einleitung vom Filmwissenschaftler Vinzenz Hediger.

Zum Regisseur

Der Schweizer Alain Tanner erlebte Mai 68 als Dokumentarfilmemacher in Paris; kein Wunder also, dass er 1969 mit Charles mort ou vif (Charles tot oder lebendig) 1969 den Schweizer Film auf der nouvelle vague surfen ließ. Der Film erhielt auf dem Festival von Locarno den goldenen Leoparden als erste Schweizer Film. Der grösste Erfolg von Alain Tanner, der 20 Spielfilme gedreht hat und vor kurzem seine neunzigsten Geburtstage feierte, wurde 1976 Jonas qui aura 20 ans en l'an 2000 (Jonas, der im Jahr 2000 25 Jahre alt sein wird).  

Zum Film

Ein fünfzigjähriger Fabrikbesitzer wird anlässlich des Jubiläums seiner Firma vom Fernsehen interviewt. Während des Gesprächs wird dem Industriellen die Falschheit seines bisherigen Lebensstils bewusst, er verlässt sein Heim und seine Familie und beschließt, zum Leidwesen seiner Kinder, sein Leben zu verändern. Alain Tanner erzählte in seinem Spielfilmdebut die Geschichte einer Desillusionierung und gewann 1969 auf Anhieb den Hauptpreis in Locarno.

Für den Lehrer und Filmkritiker Frédéric Bas zeichnet sich dieses „Film-Manifest (…) durch die eigenwillige Handschrift des “Neuen Schweizer Films” aus: eine Mischung aus Leichtigkeit und Tiefe, mit einem sicheren Sinn für das Absurde, das mit Feingefühl und Bravour gemeistert wird, um den Feind lächerlich zu machen. Der Titel verweist nicht nur mit einem Augenzwinkern auf die Gewalt des wilden Kapitalismus made in USA, der dem tugendhaften Genf als Vorbild dient – er ist ein symbolträchtiger Einstieg ins ganze zukünftige Werk“.

Zur Einführung von Charles mort ou vif (Charles tot oder lebendig) spricht der Professor für Filmwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt Vinzenz Hediger.

Zum Referent

Vinzenz Hediger ist Professor für Filmwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main (Arbeitsgebiete: Filmgeschichte und Filmtheorie, insbesondere nicht-fiktionale Filme und die Geschichte der Filmtheorie) und Sprecher des Graduiertenkollegs „Konfigurationen des Films“. Er ist Mitbegründer von NECS - European Network for Cinema and Media Studies und Gründungsherausgeber der Zeitschrift für Medienwissenschaft. Er ist Principal Investigator am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und ordentliches Mitglied der Mainzer Akademie der Wissenschaften und Literatur.

Zur Feier der französischen Sprache

Ende März feiern Frankreich und die französischsprachige Welt seit 1995 alljährlich die Feier der französischen Sprache. Sie soll die kulturelle Vielfalt der französischen Sprache unterstreichen, die weltweit von mehr als 274 Millionen Menschen in über 70 Ländern gesprochen wird.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Schweizerischen Konsulat Frankfurts und mit dem DFF (deutsches Filminstitut und Filmmuseum).

 

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